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Sind Frühstücksflocken gut für uns?

Am Anfang gab es Müsli. Das Müsli war ziemlich einfach, nicht sehr geschmackvoll. Und so fügte der geistreiche Müslihersteller Zucker hinzu. Er ließ sich eine großartige Methode einfallen, dem Müsli Zucker beizumischen, so dass alle Kinder den Geschmack des Müslis einfach liebten. Das war eine wunderbare Erfindung und sie funktionierte für etwa zwanzig Jahre. Dann kam eines Tages jemand auf die Idee, zu fragen, was denn der ganze Zucker bei den Kindern anrichten könnte, die das Müsli aßen.

Der Müsli-Güterzug musste also die Waggons austauschen und sich einen besseren Plan einfallen lassen. Und so wurde das „mit Vitaminen angereicherte“ Müsli geboren. Vitamine und Mineralien, die ja so entscheidend sind für die Entwicklung gesunder Kinder, wurden dem Frühstücksfocken-Mix beigefügt und alle Eltern waren glücklich.

Als Märchen mangelt es der Müsliindustrie ein wenig an Attraktivität. In punkto Frühstück jedoch ist sie weiterhin ein Experte geblieben. Als das Müsli vor fast 200 Jahren erstmals aufkam, war es nicht sehr reizvoll. Es schmeckte schrecklich und sah auch nicht viel besser aus. Der Zweck der Erfindung lag allerdings auch in seinem Nutzen für die Gesundheit. Und das waren die einzigen Absichten, denen es diente; Geschmack und Aussehen flossen überhaupt nicht mit ein in die Gleichung.

Dann kamen die Gebrüder Kellogg und das Müsli erlebte einen Aufschwung. Der Geschmack wurde ein Thema in dem Bestreben, mehr Müsli zu verkaufen. Die Weltausstellung fand in Chicago statt und die Frühstücksflockenindustrie war gerüstet für ihr Stück vom Kuchen. Sie kam auch. Das Müsli war ein durchschlagender Erfolg, gepuffter Reis. Diese Variante gibt es sogar heute noch, natürlich mit Zuckerzusatz. Das Müsli verkaufte sich wie warme Semmeln. Das Unternehmen Kellogg hatte sich einen Namen gemacht. Auch heute noch kann man ihre Produkte kaufen. Bessere Getreideflocken, seit der Wende zum 20. Jahrhundert mit vielen dramatischen Veränderungen, aber immer noch Frühstücksflocken.

Ein wahrer Aspekt an der eingangs erzählten Geschichte ist, dass sich einige Eltern wirklich irgendwann die Frage stellten, ob denn diese verpackten Frühstücksflocken mit Zucker wirklich so gut für unsere Kinder wären. Sie waren der Meinung, die Kinder würden ohnehin schon zu viel Zucker zu sich nehmen und nicht genug von den Lebensmitteln, die sie brauchen würden um ihren Nährstoffbedarf zu decken. Die Firma Kellogg und andere Anbieter von Frühstücksflocken sahen einen Teil ihres Marktes gefährdet und machten sich daran, das Problem zu korrigieren.

Es war während der 1970er Jahre, dass so viele Frühstücksflocken das Etikett “angereichert mit Vitaminen und Mineralien” verpasst bekamen, das man heute noch sieht. Dank vieler Fortschritte in der Verarbeitung und Extrahierung von Vitaminen aus ihren natürlichen Quellen konnten sie im Frühstadium der Verarbeitung der Frühstücksflockenmischung hinzugefügt werden und – siehe da! – gute Frühstücksflocken, die gut für Sie sind. Das wird auch heute noch bei vielen der handelsüblichen Müslimischungen und Frühstücksflocken so gehandhabt. Viele Frühstücksflocken sind eine Kombination aus Weizenprodukten, Getreideflocken und Früchten, die mit Vitaminen angereichert sind. Durch deren Verzehr nimmt man am Frühstückstisch Vitamine, Mineralien, Getreide und einige Früchte zu sich. Frühstücksflocken sind ein Fall, in dem die Nachfrage einen gewaltigen Einfluss auf den Markt gehabt hat.